Kennst du das Gefühl, wenn dein Perfektionismus dir im Weg steht? Du planst etwas bis ins kleinste Detail, aber sobald es an die Umsetzung geht, fühlst du dich blockiert – aus Angst, das Ergebnis könnte nicht gut genug sein. Dieses ständige Streben nach Perfektion kann einen regelrecht lähmen, besonders als Fotografin. Ich weiß das nur zu gut.
Erst gestern erlebte ich es wieder: Mein Mann kam spät nach Hause und fragte, ob ich den beeindruckenden Vollmond gesehen hätte. Obwohl ich eigentlich schon ins Bett wollte, entschied ich mich spontan, meine Kamera zu schnappen und einen nächtlichen Fotospaziergang zu machen. „Warum nicht mal was Neues ausprobieren?“, dachte ich mir. Doch was dann geschah, war eine Lektion über Perfektionismus und wie er uns manchmal den Blick für das Wesentliche verstellt.
Was lief schief? Meine Erfahrung mit dem Vollmond und der Kamera
Es dauerte nicht lange, bis die Ernüchterung einsetzte:
- Der Vollmond wirkte für mich nicht spektakulärer als sonst.
- Ohne Zoomobjektiv konnte ich den Mond nur als winzigen Punkt auf meinen Bildern einfangen.
- Fotografieren bei Dunkelheit war deutlich komplizierter, als ich erwartet hatte.
- Die Fotos, die ich während meines Spaziergangs aufnahm, blieben weit hinter meinen gewohnten Standards zurück.
- Und zu allem Überfluss: Meine bewährten Bearbeitungs-Techniken funktionierten in diesem Fall überhaupt nicht.
„Das war wohl ein Reinfall,“ dachte ich. „Was sollen die Leute bloß denken, wenn ich solche Bilder zeige?“

Perfektionismus als ständiger Begleiter
Hier war er wieder, mein alter Bekannter: der Perfektionismus. Dieses Thema begleitet mich schon seit vielen Jahren. Bereits während meines Studiums hat er mich oft blockiert. Ich war regelrecht gelähmt vor der Angst, etwas falsch zu machen oder nicht gut genug zu sein – also habe ich lieber gar nichts gemacht. Besser, als am Ende unzufrieden zu sein, dachte ich. Doch dieses Denken ist eine Sackgasse.
Als Fotografin möchte ich mich weiterentwickeln, und Perfektionismus darf mich nicht länger bremsen. Deshalb habe ich mir angewöhnt, meine perfektionistischen Gedanken bewusst zu hinterfragen und trotzdem weiterzumachen – auch wenn es nur kleine Schritte sind. Diese kleinen Schritte führen letztlich zum Ziel.

Der Vollmond: Eine Lektion über das Unperfekte
Also habe ich meinen Spaziergang fortgesetzt, obwohl ich von Beginn an wusste, dass ich keine beeindruckenden Mondaufnahmen machen würde. Aber ich habe die warme, frische Luft genossen, das leise Rascheln der Blätter im Wind gehört und den Moment in vollen Zügen ausgekostet.
Und was habe ich noch gemacht?
- Ich habe ein kurzes Video angesehen, um meine Kameraeinstellungen zu verbessern.
- Ich habe die Bilder gesichert und die besten ausgewählt.
- Ich habe sie nach meinem derzeitigen Wissensstand bearbeitet und als JPG exportiert.
- Und nun sitze ich hier und schreibe diesen Blogartikel.
Jeder dieser Schritte erforderte Überwindung, weil ich von Anfang an wusste, dass die Ergebnisse nicht perfekt sein würden. Doch genau das ist der Kern der Sache: Wenn wir uns nur auf das Endergebnis fokussieren, blockieren wir unser eigenes Wachstum. Ich habe erkannt, dass es oft die kleinen Schritte sind, die uns wirklich weiterbringen – und nicht das Streben nach Perfektion.

Ein Beispiel aus dem Familienalltag: Die unperfekte Perfektion
Stell dir vor, du planst seit Wochen das perfekte Familienfoto. Du hast die Outfits sorgfältig ausgewählt, die Location genau ausgesucht und sogar die Tageszeit gezielt gewählt, um das ideale Licht zu haben. Doch am Tag des Shootings wollen deine Kinder nicht stillsitzen, sie toben herum oder weinen vielleicht. Das „perfekte“ Bild, das du dir vorgestellt hast, scheint unerreichbar.
Genau hier kommt die dokumentarische Familienfotografie ins Spiel. Statt sich auf das gestellte, makellose Bild zu konzentrieren, hält sie die echten, ungestellten Augenblicke fest. Die zärtliche Umarmung, die verspielten Momente, vielleicht auch der kleine Streit – all diese scheinbar „unperfekten“ Szenen erzählen die wahre Geschichte eurer Familie. Und genau diese Authentizität hilft dir, den Druck loszulassen und die Schönheit in den kleinen, unperfekten Augenblicken zu erkennen.
Durch dokumentarische Fotografie lernst du, dass es nicht um makellose Bilder geht, sondern darum, eure echten Familienerlebnisse festzuhalten. Diese Art der Fotografie kann dir helfen, deinen Perfektionismus abzulegen und die Einzigartigkeit des Alltags zu schätzen. Jeder unperfekte Moment trägt dazu bei, die wahre Essenz eurer Familie einzufangen – und das ist oft viel wertvoller als ein perfekt inszeniertes Bild.
Möchtest du mehr erfahren, wie die dokumentarische Fotografie eure Familienmomente authentisch einfängt? Trage dich in meinen Newsletter ein, um regelmäßig Tipps, Geschichten und Angebote zu erhalten, die dir helfen, die Schönheit des Alltäglichen zu entdecken.
Der nächste Schritt zählt – nicht das perfekte Ergebnis
Wenn dich dein Perfektionismus das nächste Mal lähmt, versuche Folgendes: Überlege dir einfach, was der nächste kleine Schritt ist, und setze ihn um. Denk nicht darüber nach, wie das Endergebnis aussehen wird oder was andere davon halten könnten. Konzentriere dich darauf, Schritt für Schritt voranzukommen.

Dein Weg aus dem Perfektionismus
Wie gehst du mit Perfektionismus um? Hast du eigene Strategien entwickelt, um die Angst vor Fehlern zu überwinden? Schreib mir gerne in den Kommentaren – ich freue mich auf deine Erfahrungen!